Samstag, 9. Juni 2012

Vital

Vital



Japan, 2004
Genre: Drama
Regisseur: Shinya Tsukamoto
Darsteller: Tadanobu Asano, Nami Tsukamoto

Student Hiroshi hat nach einem Autounfall alles vergessen. Er weiß nichts mehr über sich selbst, nichts über seine Eltern und nichts über sein angefangenes Medizinstudium. Seine Mutter und sein Vater kommen auch nicht mehr an ihn heran. Als er ein Medizinbuch im Schrank findet, entdeckt er seine Leidenschaft fürs Medizinische wieder und fängt das Studieren an. Bei einem Anatomiekurs muss er mit seinen jungen Kollegen die Leiche einer Frau sezieren. Es stellt sich heraus, dass die Tote einst seine Freundin gewesen ist und bei seinem Verkehrsunfall mit im Auto saß. Je mehr sich Hiroshi mit der Toten am Seziertisch auseinandersetzt, desto mehr erinnert er sich an das Leben vor dem Unfall.

Kommentar: Eine wunderbare Geschichte erzählt Tsukamoto in diesem ruhigen, gelassenen und beklemmenden Film. Dieser widmet sich einem jungen Mann, der nach einem Unfall alles über sich vergessen hat und sich nur langsam wieder in den Lauf des Lebens fügt. Wundersamerweise wird er von einer Toten wiederbelebt, dies ist auch der fantastische Aspekt des Films. Während der Protagonist versucht seinen Alltag als Medizinstudent und Schwarm einer Studentin zu meistern, trifft er im Paralleluniversum seine in der Wirklichkeit verstorbene Freundin, die er aber immer wieder verlassen muss. Der Japaner Tsukamoto setzt dennoch enttäuschend wenig Akzente mit seiner Hauptstory, die gerade für die kleinen Geschichten kaum interessanten Raum zur Entfaltung bietet. Kennzeichnend für seine Arbeit ist vielmehr der visuelle Stil. Sinnlich-betörende Aufnahmen tauschen sich mit kühl und aseptisch wirkenden Bildern ab, wodurch Real- und Traumwelt strikt getrennt sind. In dieser einfachen Auslegung des Gegensatzes liegt natürlich etwas Formelhaftes. Nichtsdestotrotz ist die Liebeserzählung ergreifend und besitzt auch intensive Momente.

5/10

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