Samstag, 21. April 2012

Kaleldo

Kaleldo


Philippinen, 2006
Genre: Drama
Regisseur: Brillante Mendoza
Darsteller: Johnny Delgado, Cherry Pie Pcache

Der verwitwete Mang Rudy hat drei verschiedene Töchter: Grace, die gerade geheiratet hat und bei ihren Schwiegereltern haust, Lourdes, die ihren Ehemann betrügt und noch Jesusa, die älteste Tochter, auf die der kranke Mann angewiesen ist. Und die er zutiefst wegen ihrer sexuellen Neigung zu Frauen verachtet. Alle drei Frauen müssen mit dem Vater und seiner patriarchalischen Erziehung irgendwie auskommen.

Kommentar: Die zweite Regiearbeit von Brillante Mendoza erweist sich als eine episodenartige Familientragödie, die mich von ihrer Ästhetik an eine Telenovela erinnert. Am Anfang sehen wir eine Hochzeit und das anschließende Festessen. Hier werden klare und träumerische Bilder von Harfenklängen untermalt, ein Gefühl der Harmonie suggeriert. Die zentrale Rolle bei dieser Hochzeit spielt zwar die verheiratete Grace, und es scheint fast so, als wäre sie die Hauptfigur, aber im späteren Verlauf des Films nehmen auch ihre Schwestern eine wichtige Position ein. Aufgeteilt wird der Film in drei Episoden: Luft, Feuer und Wasser. Dabei stellt jede Episode eine der Schwestern vor. Sie unterstehen alle ihrem verwitweten patriarchalischen Vater, durch den sie sehr an ihr Zuhause gebunden sind, zumal dieser noch schwer krank ist. Bei den Porträts der Schwestern sind sicherlich die verschiedenen Lebensläufe interessant, diese spiegeln dann auch die recht heterogenen Wege junger Frauen in der heutigen Zeit wieder. Und genau hier liegt der Konflikt des Films vor - Emanzipation gegen patriarchalische Verhältnisse. Einen richtigen Sieger gibt in diesem langsamen und meist leisen Streifen natürlich nicht. Nachdem das Oberhaupt der Familie verstorben ist, sagt eine der Schwestern, im letzten Satz des Films, dass die Liebe des Vaters Narben hinterlässt - und diese gelten nun mal für das gesamte Leben.

4/10

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