Sonntag, 15. April 2012

Der Golem, wie er in die Welt kam

Der Golem, wie er in die Welt kam



Deutschland, 1920
Genre: Fantasy, Horror (Stummfilm)
Regisseur: Paul Wegener, Carl Boese
Darsteller: Paul Wegener, Albert Steinrück

Der Golem ist ein aus Lehm erschaffener, künstlicher Mensch. Für seine Existenz verantwortlich ist der Rabbi Löw, der eines Abends in den Sternen eine große Gefahr für das jüdische Ghetto erkennt und daraufhin den Golem in Zusammenarbeit mit seinem Gehilfen baut, da Legenden nach, ein solches Wesen Gefahren abwenden kann.

Kommentar: Wenn man von der Prämisse ausgeht, dass ein Horrorfilm aus der Stummzeit einen in den Bann ziehen muss und die Handlung ruhig die Nebensache sein darf, dann ist das Werk von und mit Paul Wegener ein sehenswertes Stück Geschichte. Die Auseinandersetzung mit einem von Menschen geschaffen Wesen, welches nur anfänglich kontrolliert und gesteuert werden kann, dürfte eine der frühesten in der Historie des Films sein. Eine Reduktion auf geschichtliche Werte von "Der Golem, wie er in die Welt kam" soll der Kommentar aber nicht werden. Das wäre auch nicht gerecht. Denn der langsame und sehr träge Handlungsaufbau garantiert große Übersichtlichkeit und eine stimmige Exposition. Wenngleich nicht viel passiert, ist die Atmosphäre zum Teil sehr gewaltig, was an den guten mimischen Fähigkeiten von Paul Wegener liegt, der den Golem spielt. Die Präsenz dieses Wesens im Bild bringt immer eine surreale, seltsame Note mit sich, auch wenn sich die Empfindung von Furcht nie einstellt. Und weil die expressionistischen Bilder ohne viele Pausen dahinfließen, denn glücklicherweise sind die Zwischentitel sehr rar, fühlt man sich seiner Zeit nicht beraubt. Weil: Film toll und schnell vorbei.

5/10

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