Samstag, 10. März 2012

Pigs Will Fly

Pigs Will Fly



Deutschland, 2002
Genre: Drama
Regisseur: Eoin Moore
Darsteller: Andreas Schmidt, Laura Tonke

Polizist Laxe hat seine Aggressionen nicht unter Kontrolle. Wieder einmal wurde er gegenüber seiner Frau gewalttätig, wegen einer harmlosen Szene mit ihrem Chef, so dass sie ins Krankenhaus gebracht werden muss. Laxe wird klar, dass er so nicht weitermachen kann. Deshalb beschließt er einen kurzen Ortswechsel und fliegt zu seinem Bruder Walter nach San Francisco. Gleich in der ersten Nacht lässt er sich zu Sex mit der jungen Inga verführen und verliebt sich in sie. Sobald Laxe jedoch auch bei ihr Anzeichen von Untreue wahrnimmt, sucht ihn die Vergangenheit auf.

Kommentar: Die Vergangenheit bleibt an einem immer haften. Das bekommt Hauptcharakter Laxe mit, der die Lösung für seine Gewaltprobleme in einem Ortswechsel findet und sich vollkommen täuscht. Er lebt wie eingekesselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Ausübung mechanischer Gewalt hat er vom Vater gelernt, der seine Mutter sowie seinen Bruder und ihn verprügelte. Die gelernten Verhaltensmechanismen prägen jedoch seine Jetzt-Zeit. Völlig unsympathisch wird er im Film aber nicht dargestellt. Er ist sogar in der Lage - solange er in einem beherrschten Zustand ist - seine Lage und seine Schwierigkeiten in Beziehungen mit Frauen voll und ganz korrekt zu reflektieren. Insofern lässt sich der Film als ehrliche und um differenzierte Auseinandersetzung bemühte Studie interpretieren, weniger als eine filmische Auslebung der Fingerzeig-Kultur. Weiterhin interessant und besonders markant ist der Volleinsatz einer Mini-DV-Kamera, die speziell bei den Gewaltausbrüchen ihre große Wirkungskraft äußert.

6/10

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