Freitag, 17. Februar 2012

Schwarze Katze, weißer Kater

Schwarze Katze, weißer Kater (Crna mačka, beli mačor)


Jugoslawien/Deutschland/Frankreich, 1998
Genre: Komödie
Regisseur: Emir Kusturica
Darsteller: Branka Katic, Florijan Ajdini

Als der Zigeuner Matko von den Russen über den Tisch gezogen wird, leiht er sich Geld bei Grga, dem besten Freund seines Vaters. Mit dem Geld möchte er mehrere Waggons mit illegalem Benzin kaufen. Doch der naive Matko lässt sich auch bei diesem Deal mit den Falschen ein, weil er seinem Bekannten Dadan von der Waggon-Geschichte erzählt, woraufhin Dadan Bereitschaft zeigt, eine Investition zu tätigen. Am Tag des Coups geht dann jedoch alles schief für Matko. Sein Partner hintergeht ihn und tischt ihm eine erfundene Geschichte auf, nach der zufolge das gesamte Geld verschwunden ist. Dass Matko das fehlinvestierte Geld nicht zurückzahlen kann, ist Dadan klar. Und deswegen hält er Matko nur einen Ausweg offen: Zwing deinen Sohn Ida, meine Schwester Aphrodita zu heiraten!

Kommentar: Groteskes Roma-Theater über eine erzwungene Heirat mit dem Anspruch Unterhaltung zu bieten, das Niveau jedoch nicht unter den Tisch fallen zu lassen. Meisterlich präsentiert von einer großen Menge an Laiendarstellern, sprüht der Film nur so vor Ideenreichtum und unverbrauchter Frische. Die Running Gags sind natürlich Spitzenklasse, allen voran sicherlich das Schwein, welches an einem alten Schrottauto nagt, oder der skurille Gangster, der sich von schönen Damen immer wieder einkreisen lässt, damit sie ihm zu Ehren zu einem Popsong mitsingen. Interessant ist sicherlich auch der Aufbau des Films. Denn einen Hochgeschwindigkeitsfilm erwartet man nach dem eher langsam vorbeigehenden Anfang eher nicht, erst zur Mitte bricht "Schwarze Katze, weißer Kater" aus seinen Fesseln, mit dem Resultat, dass dem Zuschauer nicht viel Zeit bleibt, um Luft zu holen. So gelingt es Regisseur Kusturica, spaßig eine Parallelkultur näher zu bringen, indem er Skurrilitäten, Klischees und Liebenswürdigkeiten aneinanderreiht, ohne das Taktgefühl zu verlieren und so das Desinteresse am Thema zu zeigen. Die Kultur als Hauptdarsteller, prima.

7/10

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