Dienstag, 21. Februar 2012

Pappa ante portas

Pappa ante portas


Deutschland, 1991
Genre: Komödie
Regisseur: Loriot
Darsteller: Loriot, Evelyn Hamann

Der Einkaufsabteilungsleiter der Deutschen Röhren AG, Heinrich Lohse, wird eines Tages von seinem Chef pensioniert. Da Heinrich nicht weiß, was er machen soll, fällt ihm nichts Besseres ein, als seiner Frau und der in seinem Haus beschäftigten Putzfrau bei den Haushaltsarbeiten zu helfen. Obwohl seine Frau Renate ihm klar zu verstehen gibt, dass sie seine Hilfe nicht möchte und stattdessen Freiraum benötigt, schafft es Heinrich nicht Abstand zu halten, sodass das Paar immer wieder in Streit gerät.

Kommentar: Als Flaggschiff des deutschen Humors ausgerufen, beweist Loriot auf "Pappa ante portas", dass Komödien aus Deutschland keine politischen Dimensionen erreichen müssen, um anspruchsvoll zu sein. War Vorgänger "Ödipussi" noch sehr auf Situationskomik getrimmt, die mehrmals absurd und störend wirkte, entdeckt Loriot bei seiner zweiten Regiearbeit den Dialogwitz, der schon seine Sketche im Fernsehen zu etwas Besonderem machte. Zitierwürdiges Material gibt es definitiv in Hülle und Fülle, was manchmal als Ergebnis hat, dass der Zuschauer fünf Minuten lang schmunzelnd auf dem Bildschirm schauen kann, überrannt und umgehauen von der Kreativität, die einigen wortakrobatischen Leistungen zugrunde liegt. Mit gesellschaftlichen Angelegenheiten wie Freiheitsanspruch und Identitätsschwierigkeiten beschäftigt sich das Drehbuch des vielseitigen Humoristen nur nebenbei, die große Thematik dagegen ist das im Kino schon immer beliebte Festhalten eines Geschlechterkampfs. Ja, das ist irgendwie ein wenig Screwball, dieses "Pappa ante portas".

6/10

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