Sonntag, 29. Januar 2012

The Harp of Burma

The Harp of Burma (Biruma no tategoto)


Japan, 1956
Genre: Drama
Regisseur: Kon Ichikawa
Darsteller: Rentaro Mikuni, Shoji Yasui

Burma, im Juli 1945: Eine japanische Militäreinheit macht sich auf den Weg die thailändische Grenze zu überqueren und macht in einem kleinen Dorf halt, wo die Bewohner ihnen ein kleines Haus als Schlafplatz für die Nacht überlassen. Leider bemerken die Soldaten, dass sich feindliche Truppen dem Dorf nähern. Doch die britischen Soldaten sind im Aufrag gekommen, die Japaner einzusammeln, um sie danach in ein spezielles Lager unterzubringen, da Japan kapituliert hat. Doch auf dem Weg in das Internierungslager bekommt der Harfenspieler und Soldat Mizushima noch eine Aufgabe. Er soll in den Bergen einen japanischen Truppenverband zur Kapitulation überreden. Was sich als ein ziemlich schwieriges Unterfangen entpuppt, da der dortige Truppenführer und sein Gefolge für die Ehre weiter kämpfen wollen.

Kommentar: "The Harp Of Burma" schildert in stimmungsvollen Bildern nicht den Schrecken des Krieges, sondern die menschlichen Seiten danach. Was passiert mit den Individuen? Wie verändern sich ihre Einstellungen? Großen Action-Radius erreicht dieses Drama glücklicherweise nie, sondern schöpft seine Spannung aus der Dynamik des Geschehens und den emotionalen Momenten. Die Töne der Harfe, die von dem talentierten Spieler Mizushima kommen, symbolisieren Leidenschaft und Trauer. Er ist nicht zufällig diese eine Person im Film, bei der sich Antriebskraft und Energie mit großer Gewissenslast und Verarbeitungsproblemen vermischt, so dass er nach der Kapitulation und der späteren Heimfahrtmöglichkeit nicht daran denkt nach Japan zurückzukehren bis die letzte Soldatenleiche in Burma unter der Erde liegt. Ebenfalls werden Themen wie Trennung und Freundschaft verarbeitet und daneben Individualismus und Kollektivismus veranschaulicht. Vor allem sind die letzten 30 Minuten sehr denkwürdig, weil sie die tiefen emotionalen Seiten, die der Film davor noch sehr gut versteckt hielt, plötzlich und mit aller Konsequenz offenbaren. Zum Schluß gibt es kein Happy End, keine lachenden Gesichter. Jeder der Soldaten ist irgendwo im Kopf mit seiner und der Zukunft Japans beschäftigt. Und diese ist ungewiss.

6/10

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