Street Trash (1987)


STREET TRASH
Regisseur: James Muro
USA 1987

Schräges Figureninventar

Der Besitzer eines schäbigen Spirituosenladens findet eines Tages eine Kiste voller Schnapsfläschchen im Keller. Obwohl die Flaschen sicherlich schon mehrere Jahrzehnte alt sind, entscheidet er sich, sie an seine obdachlosen Stammkunden zu verscherbeln. Das funktioniert dann auch, doch ist der verführerisch-billige Trunk das reinste Teufelszeug. Nach nur einem Schluck schmilzt der Konsument buchstäblich dahin und von ihm bleibt nichts mehr übrig als eine klebrig-giftige, undefinierbare Masse. Was STREET TRASH darstellt, ist letztlich Troma in Perfektion, ohne überhaupt Troma zu sein. Denn tatsächlich ist der Film mit den Filmen des Studios von Lloyd Kaufman weder verwandt noch verschwägert, nur die Zutaten gleichen sich bis aufs Haar. Das schräge Figurensortiment ist vielleicht das stärkste Argument dieser aberwitzig-trashigen, manchmal gar leicht verwinkelt strukturierten Produktion. Und da es hinzu noch eine Reihe von mehr oder weniger sinnvollen Subplots gibt, ist es überaus schwer zu sagen, wer denn hier eigentlich die Hauptfigur darstellt. Ist es der muskelbepackte Bulle, dem vor allen Dingen ein tyrannischer Vietnamveteran ein Dorn im Auge ist? Oder doch ein vom Pech verfolgter Nichtshaber, der jedoch das Glück hat, keinen Schluck aus der Flasche genommen zu haben? Möglicherweise ist es auch die süße Asiatin, welche sich fürsorglich gegenüber einem Jugendlichen verhält, weil sie nicht will, dass auch er endgültig auf der Straße landet. Ein großartiger Spaß, der sowohl street als auch trash ist.

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