Donnerstag, 20. Dezember 2012

The Wig

The Wig (Gabal) 
 


Südkorea, 2005
Genre: Horror, Thriller
Regisseur: Won Shin-yeon
Darsteller: Chae Min-seo, Sa Hyon-Jin

Ji-hyeon entscheidet sich dazu, ihre krebskranke Schwester Su-hyeon nach Hause zu nehmen, damit diese die ihr noch verbliebene Zeit nicht im Krankenhaus verbringen muss. Zusätzlich schenkt sie ihr eine Perücke, über die sich Su-hyeon riesig freut. Allerdings wissen die Schwestern nicht, dass auf der von ihr gekauften Perücke ein böser Fluch lastet.

Unterfordernder Geisterfilm von der Stange

Kommentar: Der Kniff, die Handlung mit zwei Hauptpersonen zu führen, anstatt mit einer, und die Konflikt auslösende Person sogar in den Hintergrund zu stellen, lässt sich schwer gering schätzen. Leider ist THE WIG jedoch nicht bereit, auf der Basis dieses Einfalls erzählerische Höhepunkte zu liefern. Das könnte daran liegen, dass es diese Basis gar nicht gibt und der Film einen schlauen Kniff nur vortäuscht, eigentlich aber nur das Produkt des Unvermögens der Drehbuchzuständigen ist. Denn einen Gewinn produzieren die wechselnden Verlegungen der Perspektive nicht, sie bremsen eher die Charaktere. Dem Film mangelt es an Einfühlungsangeboten wie an dem Willen, eine Geistergeschichte originell entstehen zu lassen. Stattdessen überkonstruiert Won Shin-yeon, der gleichzeitig auch Regisseur ist, den Spuk und das Unheimliche so weit, bis das Unbehagliche und das Unheimliche ihre Festigkeit verlieren, flüssig werden und in den Gulli laufen. Wie mindestens jeder zweite Geisterfilm unserer Zeit spart auch THE WIG nicht mit billigen Schockeffekten, die in Form von kurz einsetzenden Klängen und Geräuschen den Zuschauer unter Strom stellen, und ihn damit gebietend spüren lassen wollen, wer die Hosen anhat. Solche Schock-Einheiten, so reizvoll sie in einigen Augenblick auch sein mögen, haben zwar den primären Zweck, eine Gleichfühl-Atmosphäre zwischen Figur und Filmbeobachter zu erschaffen, sind aber nicht selten so aufdringlich und unnatürlich, als ginge es den Machern allein darum, den Konsumenten in einem Wachzustand zu halten.

2/10

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen