Donnerstag, 12. Dezember 2013

Kurzfilm: Die letzte Runde

Die letzte Runde (Choejongmyeonjeop)



Südkorea, 2010
Genre: Drama (Kurzfilm)
Regisseur: Moon-seok Hwang
Darsteller: Jae-man Kim, Na-mi Yu

Bewerbungsgespräche können ätzend sein. Das Davor, das Danach, das Mittendrin. Personaler, die fiese Tricks für Anwärter vorbereiten oder die Bewerber vor unkonventionelle Aufgaben stellen, soll es auch noch geben. Genau an diese Art von Trick oder Prüfung denken ein Mann und eine Frau, die zu einem finalen Vorstellungsgespräch in einen Raum im Untergeschoss geschickt werden, in dem anscheinend schon lange nicht mehr sauber gemacht wurde, denn die hier stehenden technischen Geräte sind mit dicken Staubschichten bedeckt. Sie können sich kaum vorstellen, dass hier ein Gespräch stattfinden wird. Und weil sie sich für eine Stelle als Reinigungskraft beworben haben, fangen beide an, eifrig zu putzen. Sie glauben, dass der Arbeitgeber ihr Engagement und ihre Initiative überprüfen möchte, weshalb keiner die Konkurrenz besser aussehen lassen möchte. Doch dann drückt einer von ihnen unabsichtlich auf einen Knopf und schaltet damit einen Countdown ein. Eine Erschütterung bewirkt, dass beide zu Boden fallen, eine Weile wahrscheinlich ohnmächtig daliegen und später aufstehen. Nichts scheint verändert, außer dass sie jetzt aus dem Fenster nach draußen schauen können. Bei dem Anblick, der sich ihnen präsentiert, fragt der Mann die Frau, ob sie wirklich glaube, dass sie im Weltall seien. Wir als Zuschauer wissen es ganz genau, weil wir eine Außensicht auf das im All schwebende Laborzimmer haben, genau so, wie wir wissen, dass die beiden einfach nur in die falsche Ecke des Gebäudes geschickt wurden, weil die zuständige Bürokraft das Gekritzel ihres Vorgesetzten falsch interpretiert hat. Doch auch nachdem die zwei Bewerber von der ernsten Situation durch Funk unterrichtet werden, kann kein positiver Einfluss auf die Konkurrenzstruktur einwirken. Dann merken wir, dass es sich doch alles um einen Test handelt. Die Prüfer sind die Filmzuschauer, die einen kritischen Blick darauf werfen sollen, wie es um die menschlichen Qualitäten der Isolierten steht.

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